Wie aus kleinen Affenkindern wieder wilde Tiere werden.
Die Auswilderung ist der wichtigste und zugleich sensibelste Schritt im Rehabilitationsprozess. Jedes Tier wird individuell beurteilt, denn Alter, Verhalten und Gesundheitszustand entscheiden darüber, wie und wann der Weg zurück in die Wildnis gestaltet wird.
Der Weg in die Freiheit ist kein einzelner Moment, sondern ein langfristiger Prozess, der Zeit, Geduld und viel Erfahrung erfordert. Schritt für Schritt lernen die Tiere, wieder unabhängig zu werden, sich in Gruppen zurechtzufinden und ihre natürlichen Instinkte zu entwickeln.
Am Ende dieses langen Prozesses wartet ein Moment, auf den alles hinarbeitet: die Tiere können in die Wildnis zurückkehren.
Die Affenbabys werden zunächst mit der Flasche aufgezogen und benötigen in dieser Zeit noch viel Nähe und Fürsorge. Wir Menschen übernehmen für eine gewisse Zeit die Rolle einer Ersatzmutter.
Sobald die Kleinen selbstständig aus der Schale trinken können, ziehen sie gemeinsam mit ihrer Ziehmama Margaux in den sogenannten Kindergarten.
Dort lernen sie alles, was sie später in der Wildnis brauchen – vor allem das Leben in der Gruppe und die Kommunikation untereinander. Vervet Monkeys verfügen beispielsweise über unterschiedliche Warnrufe für verschiedene Feinde.
Im Alter von etwa 9 bis 12 Monaten wechseln die Tiere in das Juvenile Gehege. Ab diesem Zeitpunkt wird der Kontakt zum Menschen deutlich reduziert. Die Tiere werden nur noch gefüttert und die Gehege gereinigt. Ziel dieser Phase ist es, die Affen weiter zu stärken, unabhängiger zu machen und ihre natürlichen Instinkte zu fördern.
Im nächsten Schritt ziehen die Affen in eine deutlich natürlichere Umgebung. Sie verbringen hier etwa ein bis zwei Jahre, mit noch weniger Kontakt zum Menschen. Die Fütterung erfolgt nur noch über den Zaun. In dieser Phase lernen die Tiere, sich als Gruppe zu organisieren und gewöhnen sich langsam an ein Leben in Freiheit.
Das Wild Camp ist die letzte Station vor der Auswilderung. Auch hier verbringen die Tiere nochmals ein bis zwei Jahre, bis sich eine stabile und funktionierende Gruppe gebildet hat. Erst wenn die Gruppe stark genug ist und alle Voraussetzungen erfüllt sind, kann der nächste Schritt erfolgen.
Die Auswilderung erfolgt ausschließlich in geschützten Wildtierreservaten, fernab von Zivilisation, Siedlungen und Farmen – ohne direkten Kontakt zu Menschen. Wir arbeiten dabei eng mit der Mpumalanga Tourism and Parks Agency zusammen, um sicherzustellen, dass jede Auswilderung, rechtlich genehmigt, ökologisch sinnvoll und nachhaltig ist.
Unsere Philosophie: Jedes Tier verdient nicht nur ein Überleben, sondern ein echtes Leben in Freiheit.
Mit der Auswilderung endet unsere Arbeit nicht. Wir stehen in engem Austausch mit den Reservaten und verfolgen die Entwicklung der Tiere weiter. Zusätzlich finden regelmäßige Vor-Ort-Besuche statt, um Verhalten, Zustand und Anpassung der Tiere zu beobachten. Dieses Monitoring ermöglicht es uns, frühzeitig auf Veränderungen zu reagieren, den Erfolg der Rehabilitation realistisch einzuschätzen und aus jeder Auswilderung für zukünftige Rettungen zu lernen.
Helping Hands for Wildlife lebt von Menschen, die unsere Vision teilen. Mit #teamvervet verbinden sich Menschen aus aller Welt, die Verantwortung übernehmen und aktiv etwas bewegen möchten.
Werde Teil unserer Reise – gemeinsam geben wir verwaisten und verletzten Tieren eine zweite Chance.